Wer psychisch belastet ist und professionelle Unterstützung sucht, steht häufig zunächst vor einer ganz grundlegenden Frage: Brauche ich einen Psychologen, einen Psychotherapeuten oder einen Psychiater?
Gerade wer beispielsweise nach einem Psychologen in Wien sucht, meint damit nicht zwangsläufig tatsächlich einen Psychologen. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden Begriffe wie Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater häufig miteinander vermischt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um unterschiedliche Berufsgruppen mit unterschiedlichen Ausbildungen und Tätigkeitsschwerpunkten.
Wer unter Ängsten, depressiven Verstimmungen, Panikattacken, Burnout, Zwängen oder Beziehungsproblemen leidet, möchte meistens zunächst eines wissen: Wer kann mir bei meinem konkreten Problem helfen?
Psychologe oder Psychotherapeut – was ist eigentlich der Unterschied?
Der Begriff „Psychologe“ wird umgangssprachlich häufig für Menschen verwendet, die anderen bei psychischen Problemen helfen. Fachlich ist die Bedeutung jedoch eine andere.
Psychologinnen und Psychologen haben ein Studium der Psychologie absolviert. Für die Tätigkeit als Klinische Psychologin bzw. Klinischer Psychologe ist in Österreich darüber hinaus eine entsprechende postgraduelle Ausbildung und die Eintragung in die Berufsliste erforderlich. Klinische Psychologie umfasst unter anderem klinisch-psychologische Diagnostik, Beratung und Behandlung.
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wiederum verfügen über eine spezielle psychotherapeutische Ausbildung und müssen für die selbstständige Berufsausübung in Österreich in die Psychotherapeutenliste eingetragen sein. Psychotherapeutische Unterstützung dient unter anderem dazu, seelisches Leiden zu lindern, Menschen in Lebenskrisen zu unterstützen und psychische Erkrankungen zu behandeln.
Es handelt sich also um unterschiedliche Qualifikationen und Berufsbilder. Gleichzeitig gibt es Überschneidungen in den Problemen, mit denen Menschen diese Fachpersonen aufsuchen.
Was macht ein Psychotherapeut?
Eine Psychotherapie beschäftigt sich mit psychischen Beschwerden, wiederkehrenden inneren Konflikten, belastenden Gefühlen und Verhaltensmustern sowie deren möglichen Ursachen und Zusammenhängen.
Menschen beginnen eine Psychotherapie beispielsweise, weil sie unter Ängsten oder Panikattacken, Depressionen, Burnout, Zwängen, Beziehungskonflikten oder belastenden Lebenssituationen oder Lebenskrisen leiden. Psychotherapie kann aber auch dann sinnvoll sein, wenn jemand spürt, dass etwas im eigenen Leben nicht stimmt, ohne dafür bereits eine eindeutige Bezeichnung zu haben. Auch das österreichische Gesundheitsportal nennt unter anderem Ängste, Zwänge, Depressionen, Lebenskrisen sowie Probleme in Partnerschaft und Familie als mögliche Anlässe für eine Psychotherapie.
Ein wichtiger Teil einer Psychotherapie kann darin bestehen, gemeinsam besser zu verstehen, warum bestimmte Gefühle, Gedanken oder Verhaltensweisen immer wieder auftreten und weshalb es so schwierig sein kann, sie allein zu verändern.
Was macht ein Klinischer Psychologe?
Klinische Psychologinnen und Psychologen beschäftigen sich ebenfalls mit psychischen Belastungen und Erkrankungen. Ein besonderer Tätigkeitsbereich ist die klinisch-psychologische Diagnostik. Dabei können psychische Beschwerden mit wissenschaftlich fundierten psychologischen Verfahren genauer untersucht werden.
Darüber hinaus gehören unter anderem klinisch-psychologische Beratung, Behandlung und Krisenbegleitung zum Tätigkeitsfeld.
Deshalb wäre es zu einfach zu sagen: „Ein Psychologe diagnostiziert, ein Psychotherapeut behandelt.“ In Österreich können auch entsprechend qualifizierte Klinische Psychologinnen und Klinische Psychologen psychische Leidenszustände behandeln. Die Berufsgruppen unterscheiden sich vielmehr in Ausbildung, fachlichem Zugang und den jeweils gesetzlich definierten Tätigkeitsbereichen.
Was macht ein Psychiater?
Ein Psychiater bzw. eine Psychiaterin ist Arzt bzw. Ärztin mit einer entsprechenden Facharztausbildung. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Psychologen und Psychotherapeuten.
Psychiater beschäftigen sich mit der Prävention, Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen und können als Ärzte auch Medikamente verschreiben.
Eine psychiatrische Behandlung und eine Psychotherapie schließen einander keineswegs aus. Je nach Erkrankung und persönlicher Situation kann eine Kombination sinnvoll sein. Beispielsweise kann ein Patient psychiatrisch-medikamentös behandelt werden und gleichzeitig eine Psychotherapie machen.
Brauche ich einen Psychologen oder Psychotherapeuten bei Depressionen?
Wer über längere Zeit niedergeschlagen ist, kaum noch Freude empfindet, sich zurückzieht, antriebslos ist oder unter Hoffnungslosigkeit leidet, sollte solche Beschwerden ernst nehmen.
Eine Psychotherapie kann bei Depressionen eine wichtige Behandlungsmöglichkeit darstellen. Je nach Art und Schwere der Beschwerden kann zusätzlich eine ärztliche beziehungsweise psychiatrische Abklärung oder Behandlung sinnvoll sein.
Dabei muss ein Mensch, der Hilfe sucht, nicht bereits selbst wissen, ob es sich tatsächlich um eine Depression handelt.
Siehe auch die Seite Depressionen
Psychologe oder Psychotherapeut bei Angst und Panikattacken?
Unsere Website wird für Suchanfragen angezeigt, in denen Menschen beispielsweise nach einem Psychologen bei Panikattacken oder einem Psychologen für Angststörungen suchen.
Für Betroffene ist die genaue Berufsbezeichnung bei der ersten Google-Suche verständlicherweise häufig zweitrangig. Entscheidend ist zunächst die Frage:
Wer kann mir helfen, wenn meine Angst mein Leben bestimmt?
Psychotherapie kann bei Angststörungen und Panikattacken dabei helfen, die Angst und ihre zugrunde liegenden Zusammenhänge besser zu verstehen und einen anderen Umgang damit zu entwickeln.
Wenn Angst zunehmend das Leben einschränkt, Situationen vermieden werden oder bereits die Angst vor der nächsten Angst ( „Generalisierte Angststörung – wenn die Sorgen nicht mehr aufhören„) entsteht, kann es sinnvoll sein, professionelle Unterstützung zu suchen.
Wann werden Ängste krankhaft? Normale Sorgen oder Angststörung?
An wen wende ich mich bei Burnout und ständiger Erschöpfung?
Auch Menschen mit Burnout suchen bei Google häufig zunächst nach einem Psychologen.
Dauerhafte Erschöpfung, Schlafprobleme, zunehmende Gereiztheit, Konzentrationsprobleme, das Gefühl permanenter Überforderung oder der Eindruck „Ich funktioniere nur noch“ können Hinweise darauf sein, dass die eigenen Belastungsgrenzen seit längerer Zeit überschritten werden.
Als Psychotherapeutin in Wien kann ich dabei helfen, nicht nur die aktuelle Erschöpfung zu betrachten, sondern auch jene persönlichen Muster und inneren Konflikte zu verstehen, die dazu beitragen können, dass jemand immer wieder über die eigenen Grenzen geht.
Wer hilft bei Beziehungsproblemen?
Nicht jede psychotherapeutische Behandlung beginnt aufgrund einer klar definierten psychischen Erkrankung.
Wiederkehrende Konflikte in Beziehungen, Verlustängste, Eifersucht, Schwierigkeiten mit Nähe und Distanz oder das Gefühl, immer wieder in ähnliche belastende Beziehungsmuster zu geraten, können ebenfalls Anlass sein, psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Gerade hier kann es hilfreich sein, nicht ausschließlich den aktuellen Konflikt zu betrachten, sondern auch zu verstehen, warum bestimmte Beziehungssituationen immer wieder ähnliche Gefühle und Reaktionen hervorrufen.
siehe auch die Seite Paartherapie
Und wer hilft bei Zwängen?
Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Betroffene wissen häufig selbst, dass bestimmte Gedanken oder Handlungen übermäßig erscheinen – können sie dennoch nicht einfach abstellen.
Auch Zwangsstörungen gehören zu den möglichen Anwendungsgebieten einer Psychotherapie.
Wer wegen Zwängen nach einem Psychologen sucht, kann deshalb ebenfalls prüfen, ob eine Psychotherapie für die eigene Situation infrage kommt.
Muss ich selbst wissen, welche Hilfe ich brauche?
Nein. Gerade das ist ein Punkt, der Menschen davon abhalten kann, überhaupt Kontakt aufzunehmen.
Man muss vor einem ersten Gespräch nicht bereits wissen:
„Habe ich eine Depression? Ist das schon Burnout? Habe ich eine Angststörung? Brauche ich einen Psychologen oder einen Psychotherapeuten?“
Auch ein erstes Gespräch kann dazu dienen, die eigene Situation besser einzuordnen und zu klären, ob eine psychotherapeutische Behandlung passend erscheint.
„Was passiert beim ersten Termin beim Psychotherapeuten?“
Psychologe oder Psychotherapeut in Wien – wie finde ich die richtige Unterstützung?
Wer nach einem Psychologen in Wien, einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin sucht, sollte sich nicht ausschließlich an der Berufsbezeichnung orientieren.
Wichtig ist zunächst, welche Form professioneller Unterstützung für die eigenen Beschwerden infrage kommt. Ebenso entscheidend ist jedoch, ob man sich im persönlichen Gespräch ernst genommen und verstanden fühlt.
Psychotherapie ist ein persönlicher Prozess. Eine tragfähige therapeutische Beziehung und das Gefühl, offen über schwierige Gedanken, Gefühle und Erfahrungen sprechen zu können, spielen deshalb eine wichtige Rolle.
Wer eine Psychotherapie beginnen möchte, kann bei einem Erstgespräch herausfinden, ob die gewählte Therapeutin oder der gewählte Therapeut zur eigenen Situation passt.
Siehe auch den Beitrag „Wie finde ich einen guten Psychotherapeuten in Wien?“
Psychotherapie in Wien 1180
In meiner Praxis in 1180 Wien biete ich Psychotherapie und Psychoanalyse für Erwachsene an. Menschen kommen mit ganz unterschiedlichen Anliegen zu mir – beispielsweise aufgrund von Ängsten, Panikattacken, Depressionen, Burnout, Zwängen, Beziehungsschwierigkeiten oder persönlichen Krisen.
Dabei müssen Sie vor der ersten Kontaktaufnahme weder eine fertige Diagnose haben noch genau wissen, wie Ihre Schwierigkeiten einzuordnen sind.
Wenn Sie sich grundsätzlich darüber informieren möchten, wie Psychotherapie helfen kann und wann eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein kann, finden Sie hier weitere Informationen zur Psychotherapie.
Häufige Fragen zu Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater
Ist ein Psychologe dasselbe wie ein Psychotherapeut?
Nein. Psychologie und Psychotherapie sind unterschiedliche Ausbildungen und Berufsfelder. Eine Person kann allerdings sowohl Psychologe als auch Psychotherapeut sein, wenn sie beide entsprechenden Qualifikationen erworben hat.
Ist ein Psychiater ein Arzt?
Ja. Psychiaterinnen und Psychiater sind Fachärztinnen bzw. Fachärzte und können daher unter anderem Medikamente verschreiben.
Kann ein Psychotherapeut psychische Erkrankungen behandeln?
Ja. Psychotherapie ist in Österreich ein eigenständiges Heilverfahren zur Behandlung psychischer, psychosozialer und psychosomatisch bedingter Leidenszustände.
Brauche ich bei Angst einen Psychologen oder Psychotherapeuten?
Das hängt von der individuellen Situation und der gewünschten Form der Unterstützung ab. Psychotherapie kann bei Ängsten und Angststörungen eingesetzt werden. Klinische Psychologinnen und Psychologen können ebenfalls klinisch-psychologische Behandlung anbieten. Bei körperlichen Symptomen beziehungsweise zur Abklärung möglicher körperlicher Ursachen kann zusätzlich eine ärztliche Untersuchung wichtig sein.
Brauche ich für eine Psychotherapie eine Diagnose?
Nein. Psychotherapie kann auch bei Lebenskrisen, Beziehungsschwierigkeiten oder anderen seelischen Belastungen sinnvoll sein. Für eine mögliche Kostenübernahme oder einen Kostenzuschuss der Sozialversicherung gelten allerdings eigene Voraussetzungen.
Kann ich direkt einen Psychotherapeuten kontaktieren?
Grundsätzlich kann Psychotherapie in Österreich direkt in Anspruch genommen werden. Für eine Kostenübernahme beziehungsweise einen Kostenzuschuss können zusätzliche Voraussetzungen wie eine ärztliche Bestätigung erforderlich sein.
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