Menschen mit dem Messie-Syndrom fällt es schwer Ordnung zu halten, was oftmals in unzumutbare Ausmaße ausartet.

Sie können oder wollen sich nicht entscheiden, was sie behalten wollen, und was für den Müll ist. Vielmehr sammeln sie zusätzlich objektiv nutzlose Gegenstände und sind auf ständiger Suche nach etwas Neuem. Auf diese Weise müllen sie ihre Wohnfläche immer mehr zu, was schlimmstenfalls dazu führen kann, dass ihre eigenen vier Wände nicht mehr betretbar werden. Zusätzlich verwahrlost neben der Wohnung auch der am Messie-Syndrom erkrankte Besitzer und schottet sich von der Außenwelt ab. Durch die Vereinsamung sind sie vollkommen auf sich alleine gestellt, obwohl sie den normalen Alltag kaum bewältigen können, wie sich auch am Gesamtbild des Wohnraums zeigt.

Diese unkontrollierte Ausprägung des Sammelzwangs tritt allerdings meist nicht als einziges Symptom auf. Viel häufiger ist es eine Folgeerscheinung einer anderen psychischen Erkrankung. So kann das Syndrom in Kombination mit Depressionen, Schizophrenie oder affektiven Psychosen, aber auch durch Demenz oder durch ein nicht verarbeitetes Trauma entstanden sein.

Egal, was genau die Ursache ist, die gesammelten Gegenstände bieten dem Betroffenen Ersatz auf materieller Ebene, als Ausgleich zu dem, was sie auf emotionaler Ebene nicht erhalten haben, sei es Halt, Sicherheit oder die Befriedigung eines anderen Bedürfnisses. Man kann es als eine Art Sucht oder Zwangsstörung bezeichnen, die Messies nicht mehr alleine ablegen können. Helfen können meist nur noch professionelle Psychotherapeuten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf aerzteblatt.de.


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren: Messie – Leben im Müll | Bedrückende Geheimnisse – Wie man besser damit umgeht | Wiedereinmal Unwichtiges erledigt und Wichtiges aufgeschoben

Messie-Syndrom – Spiegel der Seele
Markiert in: